'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht: Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen

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'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht:
Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen
'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht:
Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen
'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht:
Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen
Multimodale Mobilität Verkehrswerte auf dem Lande - dieses spannende und doch so schwierige Thema stellte das Netzwerk ‚Wir-gestalten-Heimat‘ auf der Europäischen Mobilitätswoche Weiterlesen >>
Klimabilanz E-Autos Welche Klimabilanz haben aktuelle E-Autos? STUDIE Fraunhofer-Institut für Mobilität 2019 Weiterlesen >>
Heizen - 15% CO2 Gemessen an einem Durchschnitts-Deutschen sind es rund 15 %, die das Heizen an Treibhausgasemissionen beiträgt. Gemessen am gesamten Ausstoß in Deutschland betreffen 11% die Haushalte, das meiste davon: Heizen. Weiterlesen >> Presse InformationsTREFF 
auf dem Gelände von Schloss Eyrichshof.
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'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht:
Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen
Klimabilanz E-Autos Welche Klimabilanz haben aktuelle E-Autos? STUDIE Fraunhofer-Institut für Mobilität 2019 Weiterlesen >> Multimodale Mobilität Verkehrswerte auf dem Lande - dieses spannende und doch so schwierige Thema stellte das Netzwerk ‚Wir-gestalten-Heimat‘ auf der Europäischen Mobilitätswoche Weiterlesen >>
Heizen - 15% CO2 Gemessen an einem Durchschnitts-Deutschen sind es rund 15 %, die das Heizen an Treibhausgasemissionen beiträgt. Gemessen am gesamten Ausstoß in Deutschland betreffen 11% die Haushalte, das meiste davon: Heizen. Weiterlesen >> Presse InformationsTREFF 
auf dem Gelände von Schloss Eyrichshof.
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'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht: Flickschusterei oder intelligente Lösung Wie gehen intelligente Lösungen? Erneuerbare Energien statt fossiler Technik, Beteiligung statt Selbstbedienung, Gemeinwohl-orientierung statt ungezügelter Wachstumswirtschaft - dass sich hier die richtigen Win-Win-Situationen auftun, die schon mittelfristig mehr Nutzen verheißen, ist ebenso klar wie es ungetan bleibt. Die Schulschließungen zeigten die begrenzte Befähigung des politischen Systems zu intelligenten Lösungen im Brennglas: Hätten die Schulen nicht in der letzten Schulwoche ein produktives digitales, selbstgesteuertes Lernen mit den Kindern vorbereiten können? Könnten Lehrer online vernetzt intensiv Schul-Qualitätsentwicklung betreiben und im Angesicht der Ausnahmesituation die pädagogisch-didaktischen Dinge mal neu denken? Könnten wir ab Mai nicht mit halben Klassen halbe Stunden unterrichten, wobei jedes Kind Pate für ein zuhause bleibendes Pendant darstellt - wöchentlicher Wechsel und gleichzeitig viel pädagogischer Benefit durch Lernen durch Lehren, individuellere Betreuung und mehr Selbstverantwortung. Im Detail: DAS politische Generalziel in der Corona-Krise heißt, Krankenhäuser vor Überforderung schützen. Da ist ein genereller gesellschaftlicher Shut-Down die erste Notmaßnahme, aber keine intelligente Lösung auf Dauer. Mit den weltweiten Erfahrungen der vergangenen Wochen ist nun eine - intelligente - Balance herzustellen zwischen diesem prioritären Ziel und soviel wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Begegnung als möglich. Da heißt es: radikaler Schutz der Gefährdeten, individuelle Maßnahmen wie Mund-Nase-Schutz im Alltag, Tracking-Systeme, immer feinere Verhaltensregeln und Organisationsstrukturen etwa einer partiell wieder anlaufenden Schule, Test-Ausweitung, Materialbeschaffung. 'Smart Distancing' nennt der Virologe Prof. Kekulè das und meint eben intelligente und vernetzte Lösungen statt Schwarz-WeißMethodik. Unsere Exekutiven Funktionen sind in dieser intelligenten Vernetzung einmal mehr gefordert - sie leisten die nötige Weitsicht und Planung. Das bedeutet, jetzt die Gedanken an den Ausstieg aus dem Shut-Down nicht verbieten, sondern intensiv alle Bereiche des Lebens planen - nach allen denkbaren Szenarien. Und nicht überhastet in den Ausstieg einsteigen wie man überhastet die Zugbrücke hochreissen musste. Dabei muss nachhaltiges Denken umsichtig sein: die wirtschaftlichen und die ökologischen Seiten verbieten dauerhafte Stillstandsszenarien ebenso wie eine Gießkanne an Geldgeschenken und Steuererleichterungen. Für unsinnigen Konsum Wohlhabender ist wahrlich kein Geld in der historisch geforderten Staatskasse und jeder Cent hat einer klimafreundlichen Zukunft zu dienen. Das ist nicht einfach zu organisieren. So ist aber zu verhindern, eine Krise mit der Zuspitzung anderer zu lösen. Alle Planungen und Entscheidungen müssen für Deutschland und Europa technologische Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und klimapolitischen Fortschritt mitdenken. So hat in der europäischen Perspektive der eigentlich konservative Wirtschaftsforscher Michael Hüther sicher Recht, wenn er zeitlich begrenzte Corona-Bonds zur Stützung der Finanzkraft Südeuropas propagiert: wir Deutsche werden - weitsichtig, umsichtig, wertorientiert gedacht - selbst in den Untergang von Italiens Finanzsystem mitgerissen werden, wenn wir uns nicht eindeutig solidarisch zeigen mit Gemeinschafts-Anleihen. Russen und Rechtsextreme versuchen gezielt die EU über die Corona-Krise zu diskreditieren - starke Exekutive Funktionen ließen uns das erkennen und nachhaltig wie vernetzt die europäische Perspektive in die Corona-Strategie integrieren. Corona als Spiegel für den Weltzustand Wir entdecken die Schwächen des aktuellen globalen Wirtschaftssystems und sollten nun Konsequenzen auch und gerade im Blick auf die Klimakrise bedenken: 1. Die Globalisierung ist in einem Maß vorangeschritten, dass vielfältige problematische Abhängigkeiten entstanden sind. Medikamente, medizinische Produkte gegen die Pandemie werden irgendwo in der Welt hergestellt - manchmal bedrohlich schwer erreichbar. Produktionsund Lieferketten sind so stark verteilt und disloziert, dass die Produktion gefährlich verletzlich ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen.ist. Regionale Lösungen könnten auch bei der Corona-Strategie hilfreich sein: wenig dicht besiedelte ländliche Regionen wie unsere würden viel mehr soziales Leben erlauben - wie dies in Schweden zu funktionieren scheint. Gleichzeitig könnte die gezielte Unterstützung vor Ort dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienen, könnte eine Schulpraxis regional angepasst sein, könnten die Unternehmer vor Ort angepasste Lösungen anbieren und transparent machen. 2. Kontrollverlust macht die globalisierten Systeme anfällig. Die rasende weltweite Verbreitung des SARS-Co-V2 macht im Zeitraffer die Undurchsichtigkeit und Unkontrollierbarkeit der globalisiert vernetzten Welt anschaulich. Das ist aber schon lange und unsichtbar für die Übernutzung von Ressourcen, die Vergiftung von Ökosystemen und die Ausbeutung von Menschen Realität. Wir zahlen als Verbraucher im reichen Europa viel zu oft nicht den wahren Preis für unseren Konsum, haben kaum Einfluss auf die tatsächlichen Kosten für Mensch und Umwelt. 3. Globalisierung und Dominanz der Finanzmärkte haben historisch einmaligen Reichtum geschaffen - aber für wen und zu welchen Kosten? In den meisten Staaten wie auch in Deutschland vergrößern sich die soziale Disparitäten - Vorreiter des New-Economy-Booms sind auch Spitzen in Ungleichheit. Man denke an die USA, denke an China. Diese Ungleichheit aber kennzeichnet vor allem auch das Verhältnis von Staaten und Weltregionen untereinander - insbesondere zwischen Industrieländern und afrikanischen Staaten. Solche Ungleichheit erzeugt immense Unzufriedenheit, die den geringen Glücksgewinn durch Reichtumsvermehrung weit überwiegt. In der psychologischen Bilanz ist sie also ebenso schädlich wie in dem Unfrieden, den sie stiftet. Der wiederum blockiert nachhaltige Entwicklung maßgeblich. Die CoronaRettungsmaßnahmen zielen vor allem auf Unternehmen und Unternehmer - mit einigem Recht, sie müssten aber das Ziel der Gleichheit stärker in den Blick nehmen, ein 'Corona-Soli' als einmalige Vermögensabgabe - vergleichbar mit dem 'Lastenausgleich' nach dem Zweiten Weltkrieg - folgte dieser Logik; Mark Schieritz bringt das in der 'Zeit' vom 26. März passend in's Spiel. 4. Die Widerstandsfähigkeit des globalisierten und von Finanzmärkten dominierten Wirtschaftsund Gesellschaftssystems ist ebenso gering wie die Resilienz der ökologischen Systeme unter dem Einfluß des ‚Anthropozäns‘, des von menschlicher Kultur bestimmten aktuellen Zeitalters. Die Finanzkrise 2008 offenbarte die Anfälligkeit der Weltökonomie unter der alles bestimmenden Psychologie der Finanzmärkte. Und eben diese potenzieren bereits sichtbar auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Apologethen dieser Wirtschaftsordnung haben nie die Verantwortung für die Resilienz des Systems übernommen und sie preisen den sichtbaren und wohl finalen Zusammenbruch der ökologischen Systeme genauso wenig mit ein; Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht sind bestimmende Triebfedern menschlicher und gesellschaftlicher Dynamik geworden. Und die Gesellschaften und politischen Akteure haben sich an diese Paradigma so sehr gewöhnt, dass sie die offensichtlichen Anfälligkeiten und Zerstörungen kaum wahr- und ernstnehmen. Chancen der Krisen Wir könnten als gesamte Gesellschaft aus der Corona-Krise das Beste machen: Vieles mal überdenken, Nachhaltigkeit in's System denken. Und dabei die entscheidenden Fragen stellen: - Wie können wir Resilienz über Regionalisierung, De-Globalisierung, Transparenz in Produktion und Vermarktung, Reduktion von sozialer Ungleichheit, Tendenzen zur Gemeinwohlökonomie, geringere Produktionskapazitäten, Blick auf psychologisch und ethisch verantwortliche Werte und Ziele gewinnen? - Wie können wir freigewordene Arbeitszeit und Ressourcen für Gedanken eines Wirtschaftens ohne Wachstumsdruck nutzen, Unternehmen und Arbeitsplätze retten und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit stärken - und das online oder im Freien mit hygienischem Abstand zueinander tun? - Wie können die ökonomischen Reparaturen der Corona-Krise wo möglich nachhaltig sein? Können Investitionshilfen und Konjunkturprogramme in Erneuerbare, in Nachhaltigkeit fließen? - Müssen gedankenloser Konsum oder üppiges Vielfliegen genauso weitergehen, wenn die Krise vorbei ist? - Können Produktionspausen Neuorientierung und nachhaltige Strukturveränderungen zum Thema machen? - Kann eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (Ausschreibungsrecht, Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, ...) einen Schub an regionalisierter und dekarbonisierter Energieversorgung mit entsprechenden Fördergeldern und Finanzierungshilfen für kommunale Investionen und regionale Beteiligungsstrukturen bringen - als Kern der wirtschaftlichen Ausgleichsmaßnahmen gegen den Corona-Abschwung? -> Die Realität der Corona-Krise fordert also ... Blick auf Resilienz Blick auf Prospektivität Blick auf Weitblick -> Die Realität erinnert uns an... Gemeinwohl-Orientierung, Lastenausgleich Re-Verstaatlichung Gesundheitsapparat Re-Regionalisierung Entkoppelung von undurchschaubaren Liefer- und Produktionsketten Reduktion von Globalisierung Intelligente, vernetzte Lösungen Multimodale Mobilität Verkehrswerte auf dem Lande - dieses spannende und doch so schwierige Thema stellte das Netzwerk ‚Wir-gestalten-Heimat‘ auf der Europäischen Mobilitätswoche Weiterlesen >>
Klimabilanz E-Autos Welche Klimabilanz haben aktuelle E-Autos? STUDIE Fraunhofer-Institut für Mobilität 2019 Weiterlesen >>
Heizen - 15% CO2 Gemessen an einem Durchschnitts-Deutschen sind es rund 15 %, die das Heizen an Treibhausgasemissionen beiträgt. Gemessen am gesamten Ausstoß in Deutschland betreffen 11% die Haushalte, das meiste davon: Heizen. Weiterlesen >>
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auf dem Gelände von Schloss Eyrichshof.
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'Corona' und 'Klima' zwei erschreckend ähnliche Krisen - eine verblüffend gemeinsame Chance Ähnliche Kurven Corona bremst den Treibhausausstoß, Corona bremst aber auch die Auseinandersetzung mit der Klimabedrohung und die Veränderung der Strukturen. So zweischneidig ist die Situation. Dabei ist sie verblüffend ähnlich: Das Bedrohungsszenario beruht bei SARS-CoV2 auf einer ebenso exponentiellen Kurve wie sie der Temperaturanstieg zeigt. Letzterer skaliert die potenzierte Steigerung lediglich von Wochen auf Jahre - bis zur existenziell gefährlichen Marke von 1,5° Erwärmung. Diese Temperaturentwicklung erfordert in den nächsten Monaten und Jahren radikale Veränderungen in Wirtschaft, Energieversorgung, Produktion und Lebensweise. Angesichts der Corona-Infektionen müssen wir Tag für Tag das Leben verändern, Gefährdete intensiv vor Ansteckung schützen, die Ausbreitung so verlangsamen, dass das Gesundheitssystem mit den schweren Fälle zurecht kommt. Das heißt zunächst und vor allem, die exponentielle Steigung abzuflachen, um Kontrolle zu gewinnen. Ist uns das beim Temperaturansteig schon gelungen, dass wir dieses Thema nun monatelang ausblenden können? Kaum! Die Logik der Gegenmaßnahmen ist ebenso gleich - zumindest mathematisch gesehen: je später einschneidende Bremsmaßnahmen getroffen werden, umso weniger wirksam sind sie, umso stärker müssen sie ausfallen und umso langsamer wirken sie. Wird die soziale Distanz in einem späteren Stadium der Corona-Verbreitung geleistet, kann sie die Dynamik weniger aufhalten als in einem früheren Stadium. Da wir in den Phasen der Klimaerwärmung unter einem Grad den Treibhausgasanstieg nicht aufgehalten haben, müssten wir nun eine Vollbremsung leisten - was kaum möglich ist. Wie bei der Bremsung der Corona-Neuinfektionen gleichen solche Manöver dem Stopp eines riesigen Tankers - mit schrecklich langer Verzögerung deutet sich eine Wirkung erst spät überhaupt an. Politik und Verwaltung Dazu sind in beiden Fällen politische und administrative Entscheidungen nötig. Dass die im Blick auf die kaum mehr erreichbare Umschiffung der Kipppunkte des Klimas viel zu schwach sind, ist wissenschaftlich gesehen beinahe sicher. Selbst die finanziellen Kosten der Klimakatastrophe gehen nicht intelligent in die Berechnung und Planung des Wandels ein. Angesichts der mathematisch eindeutigen Entwicklung der Corona-Infizierungen in der vergangenen Woche stand ebenfalls schon am Montag, den 9. März, fest, dass etwa Schulschließungen unausweichlich sind. Politik und Verwaltung haben sie dennoch nicht vorbereitet, geschweige denn rechtzeitig beschlossen. Dass das Bayerische Kultusministerium am Freitag, 13.3. nach 9 Uhr die Schulen in diese Kenntnis setzte und Hals über Kopf eine völlig neue Art des Unterrichtens - über Distanz mit digitalen Mitteln - ohne Anleitung aus dem Boden stampfen ließ, malt ein Bild erschreckender Unprofessionalität. Und es deutet eine Überforderung von Administration und Politikern angesichts eigentlich eindeutiger Bedrohungs-Szenarien wie im Zeitraffer einiger Tage an. Krise und Frontalhirn Aber auch Einzelne können schwerlich die glasklaren, exponentiellen Entwicklungen in unser Denken und Leben integrieren. Das wäre eine Leistung der sogenannten 'Exekutiven Funktionen', die im Frontalhirn des reifen Menschen Gemerktes der Vergangenheit mit den unterschiedlichen, ausgewählten Sinneseindrücken des gegenwärtigen Momentes und Prognosen für die Zukunft im planerischen Sinne übereinanderlegen und daraus nachhaltige Entscheidungen trifft; das Gegenteil impulsiver Kontrolllosigkeit also. Das gelang uns in der Frühphase der Corona-Krise nicht, wo wir viel zu lange brauchten, um unser Verhalten so zu steuern. Würden wir fragen, für wie wahrscheinlich die Menschen eine eigene Infizierung halten, käme wohl kaum jemand auch nur in die Nähe der wissenschaftlich evidenten Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Dass die noch viel weniger greifbare und in konkreten Auswirkungen weiter in der Zukunft liegende Klimabedrohung kaum Einzug in unser Frontalhirn und damit in unser Verhalten findet, erklärt sich aus derselben Überforderung unseres Gehirns. Und die Präsenz der Corona-Krise schiebt die Klima-Frage vollends aus unserem Blick. Für zwei Themen ist da kein Platz. Hinterher statt voraus Unser politisches System hat zwar große Apparate in Ministerien und Parteien. Prospektivität - Vorausschau - ist aber so gar nicht deren Ding. Parteiendemokratie, Wahlperioden, politische Posten haben ihren Sinn, führten aber in der Praxis der letzten Jahrzehnte zum Diktat der Kurzfristigkeit. Im Türkei-Flüchtlings-Deal etwa winkte die Situation der Geflüchteten, der Stimmung in der türkischen Bevölkerung, der Haltung der Regierung Erdogan laut mit dem Zaunpfahl einer Neuorientierung. Doch Deutschland und die EU warteten genauso ab wie in der verheerenden Situation in Nord-Syrien. Nun sind beide Lagen eskaliert und kaum mehr einzufangen. Die drohende Corona-Überflutung der Lager würde eine Lösung auch vor konservativen Skeptikern legitimieren - es geschieht trotzdem nichts. Das selbe Problem erlebt die Menschheit global in der Klimafrage. Die Langsamkeit auf diesem Feld wird allerdings die letzte sein. Momentan handelt die Berliner Regierungspolitik schnell und konzertiert in der Corona-Krise, hat nach anfänglichem Straucheln die Balance zwischen Bundesländern und Bundesstaat nun im Griff - besser als manche andere Staaten. Europäische Koordination und Integration von Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft und ökologischen Orientierung sind aber kaum zu erkennen. Wieder sind wir zu langsam und zu schlicht: Klimabilanz E-Autos Welche Klimabilanz haben aktuelle E-Autos? STUDIE Fraunhofer-Institut für Mobilität 2019 Weiterlesen >> Heizen - 15% CO2 Gemessen an einem Durchschnitts-Deutschen sind es rund 15 %, die das Heizen an Treibhausgasemissionen beiträgt. Gemessen am gesamten Ausstoß in Deutschland betreffen 11% die Haushalte, das meiste davon: Heizen. Weiterlesen >>
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